Betriebsausflug 2016 - nach Bremen



Freitag früh, 7:00 Uhr und wir, die gesamte Belegschaft Faber + Münker steigen ins Auto nach Bremen, wo uns ein spannender Tag erwartet. Bei Gleistein, einem unserer Tauwerkhersteller und dem ältesten industriellen Bremer Familienunternehmen, empfängt uns Frau Dr. Heide Giese-Bothe und berichtet kurz über das 1824 gegründete Unternehmen, ihre Produkte, Produktionsstätten und welches Klientel sie außer uns Segelmachern noch bedienen.
Nach diesem informativen Vortrag folg eine spannende Reise durch die Produktionsstätten. Ein ohrenbetäubender Lärm übertönt fast die Erklärungen zu den riesigen Maschinen, aber das bloße Gucken ist auch schon Faszination genug. Auf dem Bild wird ein Dyneemakern mit einem Polyestergarn ummantelt. Das unscharfe Bild lässt vermuten, in welcher Geschwindigkeit die Garnrollen sich gegeneinander und miteinander drehen - sich verflechten.

Zur Herstellung eines anderen Tauwerks wurde eine Kühlstrasse einmal durch die gesamten Hallen gebaut, da es ganz ausgekühlt sein muss, bevor es auf eine Trommel gewickelt wird, sonst könnte es zusammenschmelzen. In einer weiteren Halle wird gespleißt. Tauwerke von 10-15 cm Durchmesser werden dort aneinander gespleißt, oder mit einem Auge versehen. Man kann sich vorstellen welches Ausmaß das Werkzeug hat. In einem weiteren Raum, gut gesichert hinter Gittern, wird über Computer gesteuert die Bruchlast der Taue getestet.

 

Auf über 17.000 m² Produktionsfläche verarbeitet und veredelt Gleistein verschiedenste Chemiefasern zu Tauwerken in über 5000 unterschiedlichen Variationen. Nach dem Rundgang bekommen wir im Konferenzraum köstliche Schnittchen und Getränke serviert und können gut gestärkt auf zu unserem nächsten Programmpunkt.

Die DGzRS - die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist der modernste Seenotrettungsdienst der Welt mit der Zentrale in Bremen. Seit der Gründung 1861 finanziert sich der Verein ausschließlich durch Spenden, Erbschaften und andere private Zuwendungen, mit einer kurzen Ausnahme nach dem 2. Weltkrieg. (Ziemlich zerstört, hat die Gesellschaft wenige Jahre staatliche Gelder kassiert, um den Aufbau zu beschleunigen. Die Information, sie bräuchten nun keine Gelder mehr, stieß auf große Verwunderung, so etwas war bisher noch nie vorgekommen.)
Herr Frank Neumann, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, gibt uns einen Überblick über die Geschichte der DGzRS, ein paar Zahlen und aktuelle Pläne. Dann führt er uns durch die eigene Werft und den Außenbereich der Institution, die direkt an der Weser gelegen ist. In die Zentrale können wir leider keinen Blick werfen, da gerade eine Übung in der Ostsee stattfindet. Den knapp 1.000 Seenotrettern (180 Festangestellt und 800 Freiwillige) der DGzRS steht eine Flotte von 60 Seenotkreuzern und -rettungsbooten an 54 Stationen in Nord- und Ostsee zur Verfügung. Auch wenn die Flotte zu den modernsten und leistungsfähigsten der Welt zählt, steht immer der Mensch im Mittelpunkt. „Ohne den freiwilligen Einsatz erfahrener Seenotretter wäre die Arbeit der DGzRS auch heute nicht vorstellbar.“1 Nun geht es wieder auf in den Norden.
Zurück in Kiel runden wir den Tag mit einem Besuch in einem gemütlichen Restaurant ab.
Das war ein toller Tag. Es hat Spaß gemacht, war lehrreich und informativ!